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Der ökologische Schulgarten

Schulgartenkonzept  - update 2015 –

Im Frühsommer 2005 wurde der Grundschule Moritzberg ein ca. 600qm großes Gartengrundstück in der Gartenkolonie der „Gartenfreunde Bockfeld“ zur Verfügung gestellt. Dort können unsere Schülerinnen und Schüler nachhaltige Erfahrungen im unmittelbaren Umgang mit der Natur sammeln.

Ziel war es, hier einen ökologischen Schulgarten entstehen zu lassen. Dieser sollte eine Mischung aus einem Biotopgarten und einem Arbeitsschulgarten werden. Ersterer ist auf die Schaffung von Lebensräumen und Artenschutz ausgerichtet, bei letzterem steht der naturnahe Anbau von Nutz- und Zierpflanzen im Vordergrund. Im ökologischen Schulgarten werden beide Gartentypen vereint. Damit wird das Lernen und Arbeiten im Schulgarten wesentlich vielfältiger und interessanter. Dank der Erhöhung der Artenzahl ist in einem ökologischen Schulgarten das Verhältnis zwischen Tieren und Pflanzen besser ausbalanciert, wodurch sich u.a. das „Schädlingsproblem“ verringert.

Neben pflegerischen Aufgaben, die z.T. auch mit Erwachsenen, Eltern, Großeltern, usw. erledigt werden müssen, beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Aussaat, Aufzucht, Ernte und Verarbeitung von Gemüse und dem Pflanzen und Pflegen von Blumen.

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Der rücksichtsvolle Umgang mit Tieren und Pflanzen und die Erkenntnis, dass alles in einem ausgewogenen Gleichgewicht miteinander stehen sollte, ist eines der Ziele der Schulgartenarbeit. In diesem Zusammenhang wird den Schülerinnen und Schülern erläutert, dass Mischkulturen Schädlinge abhalten und diese gleichzeitig auch Nützlinge für andere Ökosysteme sein können.

 

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Die Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in die Notwendigkeit, Ökosysteme wie einen Garten zu schützen. Im Schulgarten werden weiterhin Nischen für die Ansiedlung und den Rückzug verschiedenster Kleintierarten und Pflanzen geschaffen. So gibt es einen Totholzstapel, ein Insektenhotel und weitere „Ecken“, in die sich Tiere zurück ziehen können. Kinder der zweiten Klassen bauen z.B. Ohrwurm-Nisthilfen, in der Schulgarten-AG des vierten Jahrgangs werden verschiedene Nisthilfen gezimmert. Die Schülerinnen und Schüler werden, soweit es ihrem Alter angemessen ist, in alle Prozesse der Planung und Umsetzung der Vorhaben einbezogen.
Projektorientiertes und fächerübergreifendes Arbeiten, methodische Vielfalt, das Anwenden von innovativen Lernmethoden, Lernen an Orten außerhalb von Schule und mit Kooperationspartnern, sinnliche und nachhaltige Erfahrungen, die aus dieser Verbindung zwischen Theorie und Praxis entstehen, erfüllen die Forderungen der Kerncurricula in vorbildlicher Weise.
Schulgärten können gerade im Computerzeitalter Kindern helfen, vom Kopf auf die Hand umzuschalten, durch experimentieren und beobachten ihre Sinne und auch sprachlichen Fähigkeiten zu schulen. Die vielen praktischen Erfahrung, das Zusammenarbeiten in Teams, das Organisieren und Gestalten der Arbeit übt, kreatives, fantasievolles, aber auch zielgerichtetes und soziales Handeln.

 

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So helfen die Schülerinnen und Schüler beim Ausmessen, Skizzieren und Erstellen eines Plans des gesamten Gartens, der einzelnen Beete, der Nistkästen und Kompostkisten. Sie gestalten eigenständig Beetschilder, notwendige Briefe, Plakate, Informationsposter usw. Ein Pachtvertrag und eine Gartenordnung für die sich beteiligenden Klassen wurde erstellt. Sie beschaffen sich Informationen über verschiedene Gemüse- und Blumensorten und arbeiten heraus, welche für den Anbau in unserer Region geeignet sind. So lernen die Kinder, Informationen aufmerksam zu lesen und die Anweisungen in die Praxis umzusetzen. Sie gewinnen die Erkenntnis, dass Pflanzen einer regelmäßigen Bearbeitung und Pflege bedürfen. Die Schülerinnen und Schüler ernten das Obst, verwenden es in der Koch-AG oder verkaufen es auf dem Schulfest. Mit Eifer bearbeiten sie die Beete und übernehmen anstrengende Grabearbeiten. Auch das Schneiden der Hecke ist eine beliebte Tätigkeit.

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Aber nicht nur das Arbeiten im Schulgarten erfreut sich einer großen Beliebtheit. Er bietet uns vielfältige Möglichkeiten zur Beobachtung von Pflanzen und Tieren, zum Riechen, Schmecken, Hören und Fühlen. Der vom 1. Jahrgang angelegte und betreute Barfußpfad erfreut sich dabei immer wieder großer Beleibtheit.
Und natürlich finden hier auch zahlreiche Klassenfeste oder auch mal eine Dienstbesprechung oder Feier des Kollegiums statt.

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So ist unser Schulgarten in den vergangenen Jahren ein fester Bestandteil des Schullebens geworden und erfreut sich zunehmender Beachtung und Anerkennung, auch über die Stadtgrenzen hinaus. Bei der BAGS (Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgärten http://www.bag-schulgarten.de/index.php?id=26 ) nehmen wir regelmäßig an den Schulgartentagungen teil, um unsere Arbeit weiter zu entwickeln. Außerdem bestehen viele Kooperationen mit Hildesheimer Firmen, der Universität, dem Schulbiologiezentrum Hannover, der Autostadt Wolfsburg, Eintracht Hildesheim, dem Stadtteil Moritzberg/Godehardikamp u.v.a.m.
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